Haarroutinen – Die perfekte Pflege


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Eine Routine für seine Haare zu haben zahlt sich immer aus. Sie erleichtert zum Einen die unnötige Suche nach Produkten und zum Anderen spart es einem Zeit bei der Pflege. Manchmal gestaltet sich die Suche nach der passenden Routine etwas schwieriger.

Rückblickend hatte auch ich anfangs Schwierigkeiten eine zu finden und tatsächlich habe ich erst seit Januar 2021 eine… Naja, sagen wir mal – eher ein Grundgerüst.

Da ich zu Beginn des Jahres beschlossen habe meine Haare natural zu tragen, musste auch ich passende Produkte finden. Das lag daran, dass meine eigenen Haare jahrelang eingeflochten (weaveon, braids, etc.) waren. Das verändert auf Dauer die Struktur und Definition der Locken. Ganz oft fällt einem gar nicht auf, wie ausgemergelt die Haare dadurch wirklich sind.

Meine ursprünglichen Pflegeprodukte, die ich sonst immer verwendet habe, funktionierten natürlich auch nicht mehr. So mussten neue her. Durch mein Basiswissen, welches ich mir über die Jahre angeeignet habe, war es nicht ganz so schwierig neue Produkte zu finden. Doch der Knackpunkt lag bei meiner Routine. Ich hatte nämlich keine! Alles war neu für mich und die typischen Fragen gingen mir durch den Kopf:” Wie häufig sollte man überhaupt die Haare waschen? Wann und wie oft verwendet man ein clarifying Shampoo?“ und so weiter. Wie gesagt, wenn man die Haare jahrelang “eingesperrt” hat, dann verhalten sie sich erstmal anders 😉 

Was ich über Routinen gelernt habe und was du darüber wissen solltest

Jeder Natutralhair Guru sagt einem wie wichtig es ist eine Routine zu haben. Ja, sie haben Recht. Warum das so ist? Ganz einfach!

Erfahrung, Geübtheit oder Know-How, das alles beschreibt eine Routine.

Wie wir wissen, brauchen unsere Afrohaare im Umgang sehr viel Liebe und eine ruhige Hand. Da lohnt es sich eine Routine für sich zu finden. Denn du entwickelst einen stressfreieren Ablauf deiner täglichen Pflege und nicht nur bei deinem Waschtag, sondern auch sich genügend Zeit zu nehmen und an allem mit Freude dranzugehen. Zum anderen haben die Haare genügend Zeit sich auf die angewendeten Produkte einzulassen. Es gibt nicht schlimmeres als jede Woche zwischen bereits verwendeten und neuen Produkte zu wechseln. Damit du auch sicherstellen kannst, dass dieses Produkt für deine Haare funktioniert, solltest du eine Weile testen. Ob es deinen Haaren gut tut, lässt sich erst nach einigen Wochen sagen.

Die richtigen Produkte machen den Unterscheid

Ob im Afroshop um die Ecke oder verschiednenen Onlineshops: Die Auswahl angebotener Produkte für Afrohaare ist mittlerweile riesig. Da kann man schon mal schnell den Überblick verlieren. Wie du am effektivsten Produkte für dich findest, hängt mit deiner Haarporosität zusammen. 

  • Die Haarporosität beschreibt den Zustand deiner Schuppenschicht, wie Weit diese geöffnet ist.

Kennst du deine Porosität, hast du zumindest schon mal eine Richtung, welche Produkte sich für deine Haare eignen. Denn hier sind die Inhaltsstoffe ausschlaggebend. Ein Beispiel: Ich habe eine hohe bis normale Porosität. Das heißt, dass meine Schuppenschicht zum Teil sehr weit geöffnet ist. Deshalb eignen sich bei meinen Haaren nur ungesättigte Fettsäuren, weil die enthaltenen Moleküle groß genug sind, um durch meine Schuppenschicht zu gelangen und ebenfalls groß genug sind diese zu verschließen. Bei gesättigten Fettsäuren wäre dies nicht der Fall. Denn diese sind sehr klein und würden perfekt bei einer geringen Porosität funktionieren.

  • Es können eine oder mehrere Porositäten gleichzeitig dominieren.

Achte beim Kauf darauf, dass du dir nicht zu viele Produkte zulegst. Es reicht sich mit dem Nötigsten einzudecken. Hier habe ich dir eine kleine Übersicht mit den wichtigsten Grundpfeilern in Punkto Produkte zusammengestellt:

  • Shampoo
  • Conditioner (optional)
  • Haarmaske
  • Leave In Conditioner 
  • Butter und Öle

Zu einer Routine gehören aber nicht nur die Pflegeprodukte, sondern auch die Haar-Tools. Hier gibt es eine riesige Auswahl. Es kann häufig sehr verführerisch sein sich viele unterschiedliche Tools zu kaufen, aber in Wahrheit reichen die Basics völlig aus. Alles andere ist Spielerei 😉

Hier meine Empfehlungen:

  • Kamm 
  • Detangeling Brush 
  • Profi Haarschneideschere 
  • Sprühflasche 
  • Mirkrofaserhandtuch
  • Haargummis ohne Metall
  • Haarclips
  • Satin Cap oder Pilow

Übrigens, in meinem Beitrag  

gehe ich genauer auf die einzelnen Tools ein und erkläre, wofür sie gut sind.

Wie (d)eine Waschroutine aussehen könnte

Zuallererst sei dir bitte bewusst, dass eine Routine nicht über Nacht gefunden ist. Ebenfalls wird sie auch immer mal variieren, je nach Zustand deiner Haare. Denn auch die Beschaffenheit der Haare kann beeinflusst werden, wenn du vielleicht viel mit dem Glätteisen oder Föhn hantierst. Genauso können auch unpassende Produkte oder Colorationen das Haar verändern. Wenn möglich, reduziere alles was deine Haare angreifen könnte. Vergleiche deine Routine nicht mit anderen, denn jedes Haar ist ANDERS. Aber am aller wichtigsten ist, dass du mit Freude und Liebe an die ganze Sache rangehst. Afrohaare sind nämlich sehr anspruchsvoll und benötigen die volle Hingabe. Liebe deine Haare, dann lieben sie dich zurück.

Meine Freundin Rose aka Blaqrose hat mir freundlicherweise ihre Haarroutine zur Verfügung gestellt. Sie ist schon seit Jahren natural und hat seit Tag eins eine Routine. 

  • Die Pflege sollten die Grundpfeiler darstellen = Feuchtigkeit und Proteine sind das A und O

Rose Haarroutine:

  • Haartyp 4 / geringe Porosität
  • Zeitraum: Seit 5 Jahren

Rose hatte seit Beginn ihres natural hair jouney schon eine Routine gehabt, die jedoch nicht an ihre Haaren angepasst. Pre-Poo und tiefenreinigende Shampoos gehörten auch nicht dazu.

Black Women

Wie schaut deine jetzige Routine aus?

Vor jedem Waschgang verwende ich zuallererst mein pre-poo- Oil, welches ich mir selber zusammengestellt habe. Es hilft mir dabei meine Haar zu entwirren, so erspart man sich lästige Knoten.

Ich achte darauf meine Haare immer mit sehr milden sulfatfreien Shampoos zu waschen. Bis auf einmal pro Monat, da verwendet ich dann ein tiefenreinigendes Shampoo mit Sulfaten (Coco Sodium). Nach jedem Waschgang mit milden Shampoos wende ich ein deep Coditioning ohne Proteine an und alle sechs Wochen dann eins mit Proteinen. Ich verwende die LCO Methode. Meine momentan verwendeten Produkte: Shea Moisture-Enhancing Smoothie + Shea Moisture-Curling Gel Soufflé. Dazu mixe ich dann Mandelöl/Vitamin E/ Olivenöl + einige Tropfen ätherisches Grapefruit Öl zusammen. Anschließend twiste ich mir ca. 10-12 Twists und lasse dann meine Haare Lufttrocknen. 

  • LCO= Liquid, Cream and Oil. Es gibt auch noch eine andere Version, die LOC Methode, hier wird anstelle der Cream zuerst das Öl verwendet.
LOC oder LCO Methode für meineafrohaare
Unterschied zwischen der LOC und LCO Methode in der Haarpflege

Meine derzeitige Haarroutine

Wie oben erwähnt, bin ich seit Januar diesen Jahres natural geblieben. Ich muss aber auch gestehen „Corona sei dank“, sonst wäre ich schon längst wieder beim Friseur und hätte den Schritt sicher nicht gewagt.

Ramonas Haarroutine:

  • Haartyp 3c/4a  –  normale bis hohe Porosität
  • Zeitraum: Seit Januar 2021

Ich hatte anfangs keine richtige Routine und habe meine Haare immer nach Gefühl gewaschen. Nur bei meinen Produkten lege ich immer sehr viel Wert auf vernünftige Inhaltsstoffe. Also keine Silikone, Mineralöle etc. Und natürlich war und ist es für mich wichtig passende Inhaltsstoffe in punkto Porosität zu verwenden. Ich bin längst nicht an mein persönliches Ziel angekommen, aber zumindest steht das Grundgerüst schon mal 😉

Brownskin Women

Wie sieht meine aktuelle Routine aus?

Ein pre-poo mit Öl oder sonstigem vor jedem Haarewaschen mach ich persönlich nicht. Bis jetzt komme ich auch ganz gut ohne klar. Falls ich doch meine Haare vor dem Waschen entwirren möchte, dann nutze ich einfach nur Wasser und es funktioniert bei meinen Haaren gut. Was für mich jedoch wichtig ist, die Haare in vier Partien (wenn ich faul bin dann zwei 😅) abzuteilen. Somit erleichtert man sich das Haarewaschen. Durch die hohe Porosität neigen meine Haare besonders stark zu Trockenheit, deshalb versuche ich sie nur alle sieben bis spätestens neun Tage zu waschen. Denn auch zu häufiges Waschen verstärken eine Austrocknung, Frizz oder sogar Haarbruch. Die Pflege zähle ich natürlich nicht dazu, denn LeaveIns wende ich fast täglich an. Ich gehöre ausserdem zu den wenigen, die gerne Conditioner statt Haarmasken verwendet. Es heißt aber nicht, dass ich keine Haarmasken verwende, sondern nach Gefühl. Sobald die Haare eine harte Woche hatten, muss auf jeden Fall eine Maske her und ein wohlverdienter Miniurlaub für die Löckchen.

Auch ich wende alle vier bis sechs Wochen ein clarifying Shampoo an, um die Haare tiefen zu reinigen und ein Build up zu vermeiden. Im Anschluss kommt  eine proteinhaltige Haarmaske zum Einsatz, um den Haaren die entzogenen Fette und Nährstoffe zurückzugeben. Ein absoluter muss: Ich verwende immer, im noch feuchten Haar einen LeaveIn an und danach entweder Haarbutter oder ein Öl zur Versieglung der Feuchtigkeit meiner Haare. Und zu guter Letzt lasse ich “fast” immer meine Haare Lufttrocknen. Wie du wahrscheinliche feststellen kannst, verwende auch ich die LCO-Methode.

  • Build Up: Angesammelte Styling und Produktrückstände auf Haar und Kopfhaut.

Hier sind meine Empfehlungen für Onlineshops, die eine gute Produktauswahl haben:

Und falls Du gerne verschiedene Marken erstmal austesten möchtest, dann schaue dir meinen Beitrag über die Lockenbox. Es ist eine sehr spannende Sache, für Lockenköpfe die gerade erst mit der Pflege ihrer Haare anfangen.